Freiheit e.V. | Förderverein Gedenkstätte Andreasstraße

Aktuelle Veranstaltungen

Satzung 2015 Download (pdf 307 KB)

Offener Brief an die Landesvorsitzende der »Linken« Susanne Henning-Wellsow

09. Oktober 2014 | Offener Brief an die Landesvorsitzende der »Linken« Susanne Henning-Wellsow

DIE LINKE
Thüringer Landesvorsitzende
Susanne Hennig-Wellsow
Jürgen-Fuchs-Straße 1
99096 Erfurt

Erfurt, 09.10.2014

Offener Brief
Ihre Äußerung am 27.09.2014 in der Basiskonferenz der Thüringer Partei DIE LINKE in Sömmerda

Sehr geehrte Landesvorsitzende Hennig-Wellsow,

im Namen und Auftrag des Zeitzeugentreffen der Verfolgten des DDR-Unrechtstaates, vom 03.10.2014 in der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstrasse und meines Vereins FREIHEIT e. V. wende ich mich in einem offenen Brief an Sie.

Wir haben mit großem Interesse zur Kenntnis genommen, daß Sie mit dem Wort die ehemalige DDR war ein Unrechtsstaat nicht nur die Sondierungsgespräche für eine Koalition mit der SPD und Bündnis90/Grüne für weitere Themen geöffnet haben, sondern auch ein neues Kapitel in der Beurteilung der ehemaligen DDR in Ihrer Partei aufschlagen.

Leider mussten wir feststellen, daß Sie Ihre bejahende Stellungnahme zum DDR-Unrechtsstaat gegenüber Ihren Genossen versuchten zu relativieren und bezeichneten diese geschichtliche Einsicht nur als ein Wort.

Uns, als ehemals Verfolgte dieses DDR-Unrechtstaates, verwunderte nicht nur dieser Versuch eine einmal zu recht getroffene Einsicht zu relativieren, sondern empfinden diese geschichtliche Sichtweise, die DDR-Diktatur mit Ihrem Unrechts-Staat nur auf ein Wort zu beschränken als eine Verhöhnung aller Verfolgten dieser ehemaligen DDR.

Da es unseres Erachtens für eine demokratisch legitimierte Partei in unserem Land es keine Alternative zur Aufarbeitung des DDR-Unrechtsstaates gibt, bitten wir Sie um eine Stellungnahme zu Ihrer Bemerkung „… DDR-Unrechtsstaat ist doch nur ein Wort …“ und wie Sie sich die Aufarbeitung des DDR-Unrechts vorstellen.

Ich möchte Sie hierzu, als selbst unter diesem Unrechtsstaat Verfolgten, zu einem persönlichen Gespräch in unsere Gedenk- und Bildungsstätte einladen um ein eventuell öffentliches Gespräch vorzubereiten und eine gesellschaftliche Diskussion, nicht zuletzt in Ihrer Partei, anzuregen.

Ich bitte um Verständnis, dass wir auch das Ergebnis dieses Briefes veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer F. Schneider
1. Vorsitzender

Der Freiheitspreis 2014

03. Oktober 2014 | Der Freiheitspreis 2014

Am 3. Oktober war es so weit – der Vorstand des Freiheit e. V. vergab den Freiheits­preis an Prof. Dr. Hans-Joachim Veen.